Sonne lacht über Gelmeroda

Thüringische Landeszeitung (TLZ) • 18. Juni 2001

700-Jahrfeier: Farbenprächtiger Festumzug ließ die lange Geschichte des Ortes Revue passieren

Von Martin Jost

Gelmeroda. (tlz) Noch eine halbe Stunde vor Beginn des Festumzuges am Samstag in Gelmeroda anlässlich der 700-Jahrfeier des Ortes regnete es. Alles, was eben noch durch das bunte Markttreiben flaniert war, drängte sich nun in den Unterständen von Imbiss- und Getränkeverkäufern, die entlang der Dorfstraße für das leibliche Wohl der Einwohner und ihrer Gäste sorgten. Als aber die Lautsprecher angeworfen wurden und der Ortschronist Hans-Joachim Lange mit dorftypischem Dialekt begann, die ersten Festwagen zu beschreiben, kämpfte sich die Sonne durch die Wolken und blieb den Zuschauern treu, bis auch das letzte der zwölf mit großem Einsatz der Gelmerodaer sowie von Bürgern befreundeter Gemeinden hergestellten Bilder zum zweiten Mal an ihnen vorbei gefahren war.

Den Zug führte ein Mönch aus der Zeit um 1301, der ersten urkundlichen Erwähnung „Germenrodes“, an. Ihm folgten Steinzeitmeinschen, eine Blaskapelle und der Ortsbürgermeister Falko Weyde mit dem Festkomiteemitglied Gerhard Schwartze in mittelalterlicher Amtstracht. Nach und nach zeigte der Umzug Stücke aus der bisherigen Geschichte des Ortes inklusive Oldtimer-Traktoren aus den Jahren ab 1935, zum Teil selbst gebaut, die Modelle der Kirche und des ältesten Dorfbackofens ebenso hinter sich herzogen wie ein historisches Güllefass. Auch die DDR-Zeit hatte ihren Platz. Ein Trabi fungierte als „Staatskarosse“ für Margot und Erich Honecker, nach ihrem Auftritt zur letzten Kirmes schon zum zweiten Mal dargestellt von Steffen Hucke und Thomas Vorein.

Gedrucktes

Der 27-jährige Vorein beschreibt Gelmeroda als einen Ort, an dem er gerne lebt. „Die Leute hier sind freundlich und es kennt jeder jeden. Es ist eben richtig wie auf dem Dorf.“ Im Prinzip genau so sieht es Gerhard Schwartze, dem hier auch das Hotel gehört. „Es ist ein kleines Dorf, unter dessen Bewohnern gesunde Strukturen bestehen. Zur Gemeinschaft trägt jeder das bei, was seinen Möglichkeiten entspricht.“ Gleiches galt für die Vorbereitung der Feierlichkeiten zum Ortsjubiläum, die von Freitag bis Sonntag andauerten. Weyde dankt neben der Stadtverwaltung und anderen Weimarer Ämtern für ihre finanzielle Unterstützung auch den eigenen Bürgern. „Wir haben jeden angesprochen und jeder trug etwas bei.“

 

 

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2 Kommentare

Eingeordnet unter 02 Gedrucktes (DI), TLZ

2 Antworten zu “Sonne lacht über Gelmeroda

  1. Die Überschrift wäre nicht möglich gewesen ohne die Erfinder der Lokalzeitungsfloskel Nr. 58 (vgl. http://www.umblaetterer.de/category/regionalzeitung/page/4/). Außerdem möchte ich meinen Eltern danken sowie meiner Heimatstadt.

    Ich nominiere für http://www.umblaetterer.de/category/regionalzeitung/
    • „Sonne lachte“
    • „Noch eine halbe Stunde vor Beginn“
    • „Für das leibliche Wohl sorgten“
    • „Durch das bunte Treiben flaniert“
    • „Auch die DDR-Zeit hatte ihren Platz“
    • „Es kennt jeder jeden“
    • „Gleiches galt für“
    • „Im Prinzip genau so sieht es“
    • „Dem hier auch das Hotel gehört“.

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