Verein im Todeskampf

Weimar 2002

Gedrucktes (48)


Der Albert-Schweitzer-Gedenkstätte fehlen 25000 Euro

«Thüringische Landeszeitung» vom 21. Oktober 2002


Weimarer Kleinod
in prekärer Lage

Der Albert-Schweitzer-Gedenkstätte
fehlen 25.000 Euro

Weimar. (tlz/majo) Geht es weiter wie bisher, muss die Albert-Schweitzer-Gedenk- und Begegnungsstätte schließen. 25.000 Euro beträgt das Minus, das der Trägerverein „Albert-Schweitzer-Komitee“ für das laufende Jahr verzeichnet. Die festen Kosten, unter anderem für den Unterhalt des Hauses am Kegelplatz und die Gehälter, belaufen sich auf 70.000 Euro, rechnete Schatzmeister Franz Luger Samstag zur Jahresversammlung des Vereins vor. Die Einnahmen aus Eintritt, Literaturverkauf, Zimmervermietung und Zuwendungen der Gedenkstättenstiftung reichen lange nicht, um die Ausgaben zu decken. Die Spenden sind seit 1999 um 75 Prozent zurück gegangen, was auf einen allgemeinen Spartrend zurückzuführen sei.

Gedruckte Texte von Martin JostMan schreibt aber nicht plötzlich rote Zahlen. Bisher ließen sich die Verluste durch das Vermögen ausgleichen, nun wird es gefährlich eng, und der Vereinsvorstand rotiert auf der Suche nach Auswegen. „Wir sind erst zwei Jahre im Amt“, sagt die Vorsitzende Claudia Timpel, „und vor unserem Kassensturz wurde nicht auf die immer problematischer werdende Lage aufmerksam gemacht. – Das soll keine Schuldzuweisung sein.“ Timpel stellte den Antrag, den Mitgliedsbeitrag vorübergehend von 36 auf 120 Euro jährlich zu erhöhen. Eine erhitzte Diskussion war die Folge. „Dann treten wir lieber aus und spenden unseren Teil“, so der Tenor unter vielen der 40 teilnehmenden Mitglieder. Um das zu verhindern, einigte man sich auf eine vorläufige Erhöhung auf nur 60 Euro.

Die Öffnungszeiten der Gedenkstätte werden wahrscheinlich eingeschränkt und Personal gespart. Über die Finanzierung jedes Rundbriefs wird debattiert. Am Samstagabend fand das erste Benefizkonzert zugunsten der Begegnungsstätte statt. Die Beantragung von Fördermitteln soll nicht wieder verpasst werden. Ein Gespräch mit dem OB über mögliche öffentliche Zuwendungen ist angesetzt. Man denkt auch noch über eine Kooperation mit dem Frankfurter Schweitzerverein nach – den gleiche Nöte plagen.


Auch noch:

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