Gedrucktes (50)

Social TV: Nie wieder alleine Tatort schauen

Durch Social TV wird die Glotze wieder lustig – weil man gleichzeitig Fernsehen schauen und im Internet darüber plaudern kann

Von unserem Mitarbeiter Martin Jost

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Erinnert sich noch jemand an Fernsehen? Eure Eltern kennen das. So ähnlich wie Youtube, aber man kann immer nur das gleiche wie alle anderen kucken. Filme selber hochladen geht nicht und die Kommentarfunktion ist auch geschlossen. Es gibt jetzt einen Trend, der Fernsehen wieder lustig macht: Social TV. Das heißt, du schaust fern und bist gleichzeitig im Internet, wo du dich mit Leuten, die du gar nicht kennst, über das Programm auslässt.

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Nie wieder alleine Tatort schauen BZ

«Badische Zeitung» vom 27. September 2012 • Zum Lesen als PDF auf das Bild klicken.

Der erste Sonntag im September. Viertel neun sitzen acht Millionen Deutsche vor ihren Fernsehern und sehen dasselbe: den altbackenen Vorspann zu einem neuen „Tatort“. @hosae twittert: „An was man merkt, dass Sonntagabend ist: Zuerst dumme „Schwiegertochter gesucht“ Tweets und anschliessend wird der ganze Tatort kommentiert.“

@hosae hat sich an diesem Abend auf Twitter umgeschaut und gesehen, worüber die anderen Mikroblogger schreiben. Erst lästern sie über eine Reality-Show bei den Privaten, dann kommentieren sie die neueste Folge der Krimireihe im Ersten. Social TV könnte Nischenhobby einiger hipper Internetnutzer bleiben oder der Trend sein, der das Fernsehen rettet wie Pokémon den Gameboy.

Trend oder Nische?

„Möglicherweise kann das Menschen, die schon mit dem Fernsehen abgeschlossen hatten, dazu kriegen, wieder Sendungen live zu verfolgen“, sagt Christopher Buschow vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Er hat mit seiner Kollegin Beate Schneider und einer Gruppe Studenten das Phänomen Social TV untersucht. Dazu haben sie erstens Interviews mit Experten – Journalisten, Fernsehmanager, Produzenten und anderen – geführt und zweitens zwischen Januar und April 32.597 Twitter-Nachrichten untersucht, die während einzelner Ausgaben von „Schlag den Raab“, „Deutschland sucht den Superstar“, „Tatort“ und anderen Sendungen verschickt wurden.

Gedruckte Texte von Martin JostWährend einer Folge „Tatort“ sind das zum Beispiel 32 Tweets pro Minute. Facebook und andere Netzwerke sind mindestens genauso wichtig für den Austausch mit Freunden über das laufende Fernsehprogramm, aber für die Forscher nicht so leicht einsehbar wie die öffentlichen Twitter-Nachrichten.

Worüber schreiben die da? Weiterlesen auf fudder →


Auch noch:

Sozialkompetenz:

4 Kommentare

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