Meine Morgenlatte (Foto). War sehr heiß. on Twitpic

Revenge Editing und Wikisexismus • Ich bin spät dran mit «Parks and Recreation» • Wanderwege, Nord-Ostsee-Kanal, verbotene Vornamen, Food Porn und mehr …
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Es ist Sonnabendfrüh. Die Zeitung ist schon alle, aber Kaffee ist noch da. Höchste Zeit, das Internet anzuwerfen und zu hoffen, dass sich dort drin noch was zu lesen findet. – Eine gute, altmodische Linksammlung für deine Frühstückslektüre.


Wikixismus

Schriftstellerin Joyce Carol Oates (ich habe mal eine Kurzgeschichte von ihr gelesen) twitterte am Mittwochabend einen neuen Begriff: “Revenge Editing”.

»Wikipedia’s Shame« von Andrew Leonard auf salon.com ist der scheinbar erste Text, der das Vandalisieren von Amanda Filipacchis Wikipedia-Präsenz “Revenge Editing” taufte. Filipacchi hatte bemerkt, dass die Liste amerikanischer Romanciers auf Wikipedia dezimiert wurde, indem Schriftstellerinnen auf eine Unterseite für weibliche Schriftsteller ausgelagert wurde. So verwandelt sich die scheinbar globale Liste mit US-Romanschriftstellern nach und nach in eine reine Männerliste. Filipacchi beschrieb den Vogang zuerst in einem Beitrag für die «New York Times» titels »Wikipedia’s Sexism Toward Female Novelists«. Dafür bekam sie eine Menge Gegenwind und musste sich gegen die unsaubere Unterstellung wehren, „das Werk eines einzelnen, fehlgeleideten Administrators“ der ganzen Wikipedia-Community zum Vorwurf zu machen. Wie sie im «Atlantic» im Artikel »Sexism on Wikipedia Is Not the Work of ‚a Single Misguided Editor’« gründlich darlegte, war eine Menge Administratoren beim Umzug der Schriftstellerinnen ins Frauenghetto beteiligt gewesen.

Spektakulär finde ich die Zitate eines amerikanischen Wikipedianers, die Andrew Leonard für seine Geschichte ausgegraben hat. Wobei, tief musste er ja nicht graben. Ein Nutzer, der sich durch Filipacchi angegriffen fühlte, vandalisierte direkt ihren Wikipedia-Artikel. Und weil auf Wikipedia alle Änderungen dokumentiert werden und sich der Nutzer auch noch auf eine Diskussion einließ, lesen wir: Die «New York Times» sei ja nur neidisch auf Wikipedia, das jeden Tag mehr Leser habe und außerdem richtiger recherchiere. Amanda Filipacchi missbrauche sie nur als Forum, um Wikipedia zu dissen und habe außerdem Gangster ausgesandt, um Wikipedianer mundtot zu machen.

Das Skurrile ist, dass auch das Wikipedia ist: Hornochsen und Verschwörungstheoretiker. Die zum Beispiel politisch – würde ich sagen – auf der richtigen Seite stehen, wenn sie die Berichterstattung der Zeitung über vorgebliche Massenvernichtungswaffen in Saddam Husseins Irak kritisieren. Aber Wikipedia sind eben auch tausende andere, die gewissenhaft reparieren und verbessern und – notfalls in so genannten Edit Wars – das Werk der Vandalen geduldig rückgängig machen. Ich glaube, die Aufmerksamkeit der alten Presse hat dem Tempo, in dem die Frechheiten einiger Wikipedia-Autoren bereinigt wurden, nicht schlecht getan. Aber der Wikipedia-Mechanismus hätte die peinlichen Fehltritte früher oder später glatt gebügelt, da bin ich zuversichtlich.


Wenn es einen Porno gibt …

«Parks and Recreation» ist eine Serie, die ich schon lange endlich mal sehen will. Inzwischen hat sie fünf Staffeln und ich kenne noch keine einzige Folge.

Dass du zu spät dran bist, merkst du, wenn es schon eine Porno-Parodie einer Serie gibt und du das Original noch nicht kennst. Schon geschehen. So sieht der Trailer für «Porks & Recreation» aus:

(Quelle: Salon.com)


Kaffeesatz

Wenn ihr mich mal länger nicht erreicht, bin ich warscheinlich da: Der Great Western Greenway in Irland • ZEIT.de.


Ach was? Der meistbefahrene Kanal der Welt steht in … Deutschland! Nord-Ostsee-Kanal: Ein Meisterwerk ist am Ende • Badische Zeitung.


Gender Mainstreaming absurd: Mendelssohn und der grüne deutsche Spießer • Berliner Zeitung.


Wahrheit ist nur eine Frage von Rhetorik. Sascha Lobos Textanalyse einer Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums: Die Stunde der Breitband-Dummdeuter • SPIEGEL online.


Witzig: Namen, die in Neuseeland illegal sind, wären in Deutschland erlaubt. (Also eigentlich nur „Justus“.) 71 names so awful New Zealand had to ban them • Salon.com.


Food Porn: Reinhauen. Mensa-Jahresrückblick • Egolink.


Da sind Dinge falsch mit diesem Schild: „Kleintierpraxis“ • Egolink

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von | 11. Mai 2013 · 09:00

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