Christoph-Niemann-Ausstellung noch bis 5. Mai in München

Das Genie ist auch nur ein Mensch

Christoph Niemann fallen seine Ideen nicht einfach zu. Es stimmt wohl leider wirklich: Hinter Kunst steckt immer harte Arbeit.
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Sunday, after lunch.

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Warum bekommt Christoph Niemann regelmäßig schlechte Laune, während er seinem Traumberuf nachgeht? Der Illustrator kann von seiner Arbeit leben. In seinem Buch «Sunday Sketching» outet er sich als Künstler, der trotzdem stets an sich zweifelt.

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The creative process.

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Niemanns Bilder könnten im Lexikon den Begriff ‚Kreativität‘ an sich illustrieren. Das liegt zum einen an seinem Blick. Wenn er alltägliche Gegenstände oder Details aus der Umwelt mit wenigen Strichen in einen neuen Zusammenhang fügt, wird er für uns zu einem Lehrer des Sehens. Zum anderen versucht er seine Bilder so weit zu abstrahieren, dass er kein weiteres Element wegnehmen könnte ohne ihre Aussage zu zerstören. Dieses Prinzip erläutert er selbst in einem TED-Talk. Gerade dadurch wirken seine Ideen gleichzeitig so naheliegend und unentdeckt. Es ist, als hätten die Motive sich Niemann aufgedrängt.

In «Sunday Sketching» schildert er, dass Kreativität auch für ihn harte Arbeit ist und dass er sich nur mit viel Anstrengung seines Könnens versichern kann. „Warum sollte es einem Künstler da auch anders gehen als beispielsweise einem Sportler?“, fragt er im Buch sowie in einem Vortrag, auf dem das Buch basiert.

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Die drei großen Ängste

Niemann hat knapp 30 Cover für das Magazin «The New Yorker» illustriert, er hat einen Rennhelm für Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel gestaltet und einen Liveticker gezeichnet, während er den New-York-Marathon lief. Dass ihn die erste Folge der Netflix-Dokuserie «Abstract—The Art of Design» porträtiert, ist ein Indiz, dass er auf dem Weg zum Illustrations-Popstar ist.

Gleichzeitig musste er lernen, seine drei größten Ängste zu behandeln, damit sie ihn nicht von der Arbeit abhalten: Dass er nicht gut genug wäre, dass seine Arbeit überflüssig wäre und dass ihm die Ideen ausgehen könnten. Niemann ist bescheiden und sagt: Großartige kreative Leistung beruht ausschließlich auf harter Arbeit. Und das letzte Stück Strecke bis zu großer Kunst hat ebenfalls nichts mit Genie zu tun, sondern ist reines Glück.

Das Literaturhaus München hat seine Christoph-Niemann-Ausstellung gerade bis zum 5. Mai 2019 verlängert.

Christoph Niemann: «Im Auge des Betrachters»

Ausstellung vom 9. November 2018 bis 5. Mai 2019

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München

Tel. 089/29 19 34-0
Fax 089/29 19 34-19
info@literaturhaus-muenchen.de

Mo-Fr 10 bis 19 Uhr
Sa, So, Feiertage 10 bis 18 Uhr
Sonnabend, den 26. Januar 2019 öffnet die Ausstellung erst ab 12 Uhr.
Eintritt: 6 EUR (ermäßigt 4 EUR)


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