Der Woche

Welchen Monat haben wir heute? Im Ernst, welche Jahreszeit ist gerade, also gefühlt? Hat Corona euch auch so durcheinander gebracht? Wir haben viele Erinnerungen an die Zeit ab dem sagen wir mal 15. März, als sich über Nacht so viel verändert hat in unserem Alltag. Mehr, als wir für möglich gehalten hätten. Gleichzeitig sind diese Wochen der #Corontäne aus unserem Zeitgefühl gelöscht. Wir sind währenddessen vom Frühling zum Sommer gewechselt, haben Ostern gefeiert, haben den Balkon sprießen sehen, haben viel gekocht und noch mehr gegessen, haben neue Spaziergänge entdeckt, neue Bücher gestapelt und unsere Routinen verändert, aber unbewusst haben wir die Zeit nicht mitgeschrieben. Es kann doch nicht allen Ernstes Mitte August sein? Es war doch gerade erst Frühjahr? Jetzt hilft uns der Strom aus Fotos auf unserem Telefon bei der Suche nach der verlorenen Zeit („Der Marmorkuchen! Das war ja auch zu Corona! Ach und Pfingsten! Das auch!“) Wie geht es euch damit? Ging die Corontäne für euch auch so schnell rum? Im Rückblick? Währenddessen? Kam sie euch lang vor? Oder seid ihr noch mittendrin? Das Kommentarfeld unter diesem Artikel ist hungrig.


Bild der Woche

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Frühstück!

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„Das schaff ich nicht alles“, dachte die Spinne. „Da muss ich mir was eintuppern.“


Gut geschrieben der Woche

„Grämen Sie sich nicht! Das Internet ist schnell, aber messen Sie sich ruhig am Feuilleton, da tickt die Uhr anders.“

Margarete Stokowski: »Cancel Culture für Anfänger«
SPIEGEL.de

Den Begriff Cancel Culture haben wir draußen im Internet in letzter Zeit häufig gelesen. Er hat irgendetwas mit Leuten zu tun, die sich zum Pfosten machen (zum Beispiel durch Rassismus oder Sexismus) und entsprechend Gegenwind bekommen. Aber wir konnten aus dem Kontext noch nicht mal die Stoßrichtung ablesen: Ist das Hashtag #CancelCulture ein Aufruf zu Boykott und Solidarität? Oder ein reaktionärer Vorwurf? Letzteres, wie Margarete Stokowski in ihrer aktuellen Kolumne erklärt. “Cancel Culture” ist demnach bloß ein Modewort für „Diese blöde Political Correctness“ oder eine Abkürzung für „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“. Aber es ist zusätzlich eine Geste der Täter-Opfer-Umkehr: Wenn Menschen, die in der Gesellschaft unterrepräsentiert sind, eine privilegierte Person kritisieren, wird das mit “Cancel Culture” als gefährlicher Angriff auf die freie Gesellschaft gezeichnet. Wenn aber progressive Künstler*innen mit echter Gewalt eingeschüchtert werden sollen, nenne das komischerweise niemand Cancel Culture, schreibt Stokowski in ihrem Artikel.


Tweet der Woche

Vielleicht das Gruseligste, das ihr diese Woche lesen werdet.


Podcast der Woche

«Women at Warp» ist ein feministischer Podcast über StarTrek. Folge 136 aus dem April ist ein Rückblick auf die erste Staffel von «StarTrek: Picard». Jarrah & Sue sprechen mit Jamala Henderson über einige Aspekte der Serie, die uns auch irgendwie diffus aufgestoßen sind (Beispiel: die unzeitgemäße Darstellung der Drogenabhängigkeit von Rafi Musiker) und über andere, für die wir keinen Blick hatten (hier: die eher selbstgerechte als gerechte Art, wie queere Personen in «Picard» dargestellt sind).


Track der Woche

Wir sind jetzt in dem Alter, in dem die Musik unserer Jugend schon wieder im Radio läuft. Und nicht, weil wir einen Oldie-Sender eingeschaltet hätten, sehr witzig. Sondern weil die Jugend von heute sich gerade durch die Neunziger covert. Aber weil früher alles besser war, spielen wir diese Woche nicht das »Bitter Sweet Symphony«-Cover von Gamper & Dadoni feat. Emily Roberts, das immer auf Radio Galaxy läuft, wenn wir gerade Zähne putzen, sondern das Orignal von The Verve (das man wiederum als Cover von einem Cover von einem Cover betrachten kann).


Countdown der Woche

2020-12-01T06:00:00

  days

  hours  minutes  seconds

until

Start vom Adventskalender!

Ein gut gemeinter Rat: Wenn ihr zu den Menschen gehört, die für die Adventszeit einen selbstgebastelten und/oder eigenhändig befüllten Weihnachtskalender verschenken, dann wird es langsam höchste Zeit, die Augen offen zu halten. Niedlicher Nippes ist leicht zu finden, aber ruckizucki ist wieder Ende November und dann noch niedlichen Nippes zu finden, der in eine Streichholzschachtel oder einen Teddystrumpf passt, wird stressig. Und wieder verschenkt man nur einen halbvollen Adventskalender mit einem Gutschein für die andere Hälfte und dann kommt man nicht mehr dazu, weil Weihnachten diesjahr bisschen stressig ist und man trägt sich das ganze folgende Jahr mit Selbstvorwürfen und fühlt sich wie ein Schuldner und dann beginnt man, in den Blicken des Adventsgläubigers ebenfalls Vorwürfe zu lesen und dann wird man trotzig, als hätte man nicht schon so viel für ihn getan und man sagt Dinge, die einfach unfair sind und wieder ist eine Freundschaft Geschichte und naja ihr kennt das. Also fangt an, Nippes zu kaufen.

Weihnachtsbaumschmuck im Geschäft

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