Archiv der Kategorie: 03 Martins Meinung (MI)

Manche Dinge sind doch schwarz/weiß.

Auf dem Trittbrett nach Panama

The Panama Papers: Cover des Exploitation-Ebooks, das das Offshore-Daten-Leck mit Putin-Erotik verbindet.

Die erste Buchveröffentlichung zu den Panama Papers ist ein Erotik-Thriller mit einem fiktiven Vladimir Putin in der Hauptrolle. Kein Witz: Das E-Book erschien am 4. April (!) auf Amazon. Mehr dazu weiter unten.

Die «Süddeutsche Zeitung» hat mit den so genannten „Panama Papers“ einen Coup gelandet. Ein weltweites Netzwerk aus Medien hat in dieser Woche über die Unterlagen berichtet. Das wohl größte Datenleck der Geschichte dokumentiert die Geschäfte der panamaischen Kanzlei „Mossack Fonseca“ mit Offshore-Briefkastenfirmen. Am Montag habe ich hier darüber geschrieben, wie genial die «Süddeutsche» die Fortsetzungsgeschichte rund um die „Panama Papers“ vermarktet.

Die sozialen Medien sind ebenfalls voll vom Stichwort #PanamaPapers. Auf der Welle dieses Hashtags lässt sich eine Menge Aufmerksamkeit mitnehmen. Ein paar gewitzte Vermarkter haben in kürzester Zeit reagiert. Auf teils absurde Weise versuchen sie, Profit aus dem Wirbel um die „Panama Papers“ zu schlagen.

Drei Beispiele (dieses Blog nicht mitgezählt): Weiterlesen

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 03 Martins Meinung (MI), 06 Martin Josts Kulturkonsum, 08 Drahtbildberichterstattung, Blog-Exklusiv, Kuriosa, Martin liest, Online, Welt

Oh, wie spannend ist Panama

Ich hatte heute früh ein vordigitales Erlebnis, eine in ihrer Retrohaftigkeit geradezu hippe Widerfährnis: Ich sah in der Eisenbahn in die Zeitung eines Mitpendlers und konnte es beim Aussteigen kaum erwarten, selbst ein Exemplar in die Finger zu bekommen. Die Zeitung war die «Süddeutsche» vom heutigen 4. April 2016. Die SZ hat heute mit den „Panama Papers“ aufgemacht, einer Enthüllungsstory über Tunichtgute, die mit Hilfe von über 200.000 Scheinfirmen Schwarzgeld um die ganze Welt verschieben.

Weiterlesen

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 03 Martins Meinung (MI), 06 Martin Josts Kulturkonsum, 08 Drahtbildberichterstattung, Blog-Exklusiv, D-Land, Martin liest, Online, Welt

Kategorischer Imperativ, angewandt

Ein heranwachsender Vegetarier macht sich früher oder später Gedanken über die Zukunft und kommt auf eine wichtige Frage. Die Frage lautet: Wenn ich im 24. Jahrhundert leben würde und die Welt sähe so aus wie durch die Science-Fiction-Serie «StarTrek» vorhergesagt – würde ich dann Fleisch aus dem Replikator essen?

Auf Holz

Eine gekürzte Fassung dieses Artikels erschien am 1. Oktober 2015 in der «Berliner Zeitung».


Immerhin wäre dann – so die Zukunftsvision von StarTrek – alle Nahrung auf Molekülebene in einer High-Tech-Wichtelwerkstatt zusammengebastelt. Denn die Technik der Science-Fiction hat die Umwandlung von Energie in Materie und zurück gemeistert. Nichts, was es auf einem Raumschiff der Sternenflotte zu essen gibt, wäre irgendwo tatsächlich gewachsen. Schon gar nicht an einem lebenden Tier.

Die Frage gehörte eben noch ins Reich der Kreativität, aber plötzlich ist sie viel weniger fantastisch. Denn Forschern ist es erstmals gelungen, Fleisch im Labor herzustellen. Dieses genetische Rindfleisch ist in einer Petrischale und nicht am Körper einer Kuh gewachsen.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 01 Hallo Woche! (MO), 02 Gedrucktes (DI), 03 Martins Meinung (MI), 05 Wochenende (FR), 06 Martin Josts Kulturkonsum, 07 Sonntags, 08 Drahtbildberichterstattung, Blog-Exklusiv, Durchfuttern, Kuriosa, Martin schnabuliert, Martinprinzipien, Selbstversuchung

Presseschau für den 19. März 2015: Mein Horoskop

Laut «Abendzeitung» soll ich Hektik heute vermeiden.

Der «tz» zufolge kann ich mir heute gar nicht genug vornehmen.

Genügend trinken, empfiehlt mir der «Münchner Merkur».

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 01 Hallo Woche! (MO), 06 Martin Josts Kulturkonsum, 08 Drahtbildberichterstattung, Blog-Exklusiv, D-Land, Martin liest, Postkarte aus …, Selbstversuchung

Freiburg ist nicht, was du denkst

Kann uns keiner erzählen, dass wir keine Ratte in einem Labor wären. Freiburg ist eigentlich gar keine Stadt, sondern eine Versuchsanordnung. Freiburger sind eigentlich keine Bürger, sondern eine Stichprobe, die unter ständiger Beobachtung steht. Freiburg ist nichts anderes als ein Experiment aus der praktischen Politikwissenschaft. So verdreht, überzeichnet und unwahrscheinlich, wie alles in Freiburg passiert, kann es sich nur um ein Experiment unter methodisch überzogenen Bedingungen handeln. Weiterlesen

3 Kommentare

Eingeordnet unter 03 Martins Meinung (MI), 07 Sonntags, 08 Drahtbildberichterstattung, Ich als Freiburger, Re-blog, Was geht in Freiburg?

Früher war alles Zettel

„cit – campus info tower“ ist vielleicht nur Bullshit-Sprech für ein überschätztes Bücherregal für Werbematerialien. Komplett mit Freiburgs most random Briefkasten.

„cit – campus info tower“ ist vielleicht nur Bullshit-Sprech für ein überschätztes Bücherregal für Werbematerialien. Komplett mit Freiburgs most random Briefkasten.

Wenn man ältere Leute fragt, wie sie früher all das auf die Reihe gekriegt haben, was uns Heutigen unlösbar erscheint, sobald mal kurz das Internet ausfällt, lautet die Antwort meistens: Zettel. Wie habt ihr ein Buch in der Bibliothek gefunden? – Zettelkasten. Wie habt ihr eure auf der Schreibmaschine getippte Diplomarbeit strukturiert? – Zettelkasten. Und wie habt ihr eine Mitfahrgelegenheit gefunden? – Nun, dafür gab es einen ganz besonderen Zettelkasten im Ergeschoss des KG III. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

von | 17. März 2014 · 20:47

Cloaca maxima

Ich schreibe neuerdings meine Magisterarbeit. Und zwar nur die Magisterarbeit und keine offenen Hausarbarbeiten mehr. Jahrelang schien mir dieser Klimax in unerreichbarer Ferne und jetzt ist es nur ein kurzer Moment, den ich mal besser schnell auskoste, sonst ist er schon wieder vorbei. (Ernsthaft, ich könnte besser in der Zeit sein. Ich war aber auch schon schlechter.)

Zu meiner eigenen Überraschung und entgegen aller Fantasien, die ich früher von dieser Phase meines Studiums hatte, schreibe ich meine Magisterarbeit in Alter Geschichte nicht zu einem Thema mit StarTrek. Nicht, dass ich meiner Betreuerin keines vorgeschlagen hätte. Ich konnte nur einfach nicht überzeugen. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

von | 11. März 2014 · 23:00