Archiv der Kategorie: Martin hört

Humanismus Unplugged: «Springsteen on Broadway» auf Netflix

Bruce Springsteen beim Rosskilde Festival 2012

Foto: Bill Ebbesen CC BY-SA 3-0 (via Wikipedia)

“I’ve never held an honest job in my entire life. I’ve never done any hard labor. I’ve never worked nine to five. I’ve never worked five days a week until right now. (I don’t like it.)”

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Die Podcast-Reihe «Serial» wird mit hohem journalistischen Aufwand recherchiert, von Radiomachern exzellent produziert und schließlich hervorragend  erzählt. Drei Segnungen des Internets kommen in ihr zusammen: Der Trend zur Serie; der Trend zur literarischen Nonfiction; und das Podcast.

Screenshot: serialpodcast.org. Das Headerbild hat Drew Patrick Miller gemacht. Es stammt von unsplash.com (CC-Zero-Lizenz).

Screenshot: serialpodcast.org. Das Headerbild stammt von Drew Patrick Miller via unsplash.com (CC-Zero).

Die gerade abgeschlossene 2. Staffel erzählt die Geschichte von Bowe Bergdahl. Bergdahl war als US-Army-Soldat in Afghanistan stationiert und überlebte fünf Jahre in Taliban-Gefangenschaft. 2014 wurde er gegen die Freilassung von fünf Guantanamo-Insassen ausgetauscht. Bergdahl hat zugegeben, mit voller Absicht eines Nachts aus seinem Stützpunkt getürmt und in feindliches Territorium spaziert zu sein. Die amerikanische Öffentlichkeit hat nicht die beste Meinung von ihm. Diejenigen, die eine Anklage und Verurteilung als Deserteur fordern, werden ihren Wunsch wohl bekommen. Donald Trump et al. sagen relativ unverhohlen, dass Bergdahl eine standrechtliche Hinrichtung verdient habe. Bowe Bergdahl hat eine gut überlegte Erklärung dafür, warum er damals durchgebrannt ist. Weiterlesen

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von | 3. Mai 2016 · 09:55

Hast du die Karten?

Das Wunder
von Bayreuth

Festspielhaus Bayreuth um 1900

Foto: via Wikimedia Commons, gemeinfreies Werk.

Wir sind online. Wir sind viele. Wir sind bereit.

Ich habe das Headset im Ohr und die Finger an der Maus. Mein Blick wird noch ein Loch in den Bildschirm brennen, auf dem ein Countdown tickt. Ich atme Adrenalin. Noch acht Sekunden.

Das System ist der Gegner. Du musst schneller sein als der Server. (Noch sieben Sekunden.) Letztes Jahr haben wir auch aus verschiedenen Städten angegriffen. Es geht nicht um Sekunden, sondern um Sekundenbruchteile. (Noch sechs.) Letztes Jahr hatten wir keinen Erfolg. Andere waren schneller. (Noch fünf.) Neben mir liegt der Zettel mit meinen Instruktionen. Vier Ziele, geordnet nach Priorität. (Noch vier.) Weiterlesen

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Ab geht die Luci

Geister

Heute mal was Winterliches: Luciafest. Kannte ich nicht, aber ist was mit Kerzen und schöner Musik. Like.

Für fudder durfte ich Julias Artikel über das Luciafest der Skandinavisten an der Uni Freiburg fotografieren. Hier die Extended Bonus Version der Bilderausbeute dieses Abends.
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3 Kommentare

von | 26. Dezember 2012 · 21:36

Gedrucktes (52)

Umta-umta-umta-dei-Mudder-ufftata


„Deine Mutter“: Hip-Hop von der Marching Band „Moop Mama“

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Es gibt einen Trend im Land: Junge Bläser erkunden für die Blasmusik ungewöhnliche Stilrichtungen in Marching-Band-Formationen. Sie schreiben eigene Songs, vergolden Hits; sie spielen unangekündigte Guerilla-Gigs und vor vollen Hallen; sie nehmen Alben auf und werden auf YouTube populär. Heute stellen wir Ihnen „Moop Mama“ vor.
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Erster Eindruck: „Blassportgruppe“ für zehn Jahre Jüngere. Statt Michael Jackson und Nineties-Rock spielen „Moop Mama“ scharfkantigen Hip-Hop. Musik wie Text sind dabei voller Zitate. Skater-Style und Hip-Hop-Habitus tragen sie weniger ironisch auf als die „Blassportgruppe“ ihre Bolzplatz-Leibchen. „Moop Mama“ wirken in ihrem Genre mit Liebe verankert. Ihre erste CD heißt „Deine Mutter“, die Tour „Deine Mutter ihre Tour“.

Gedruckt in der «blasmusik» • Ausgabe September 2012

Gedruckt in der «blasmusik» • Ausgabe September 2012

„Rap ist meine Geliebte / Sie schläft in meinem Bett / Aber zahlt keine Miete“, singt Keno Langbein im Track namens „Geliebte“. Er ist ein „Master of Ceremonies“ (MC) der alten Schule. Langbein kann freestylen, das heißt: zum Beat in Echtzeit ins Mikrofon reimen. Spontan improvisierte Texte wie aus dem Maschinengewehr. Beim Konzert auf dem Freiburger Zelt-Musik-Festival – dem ersten Freiburgbesuch der Münchner Band – steigt er hin und wieder von der Bühne und macht einen Rundgang durchs Spiegelzelt. Foppt die Sitzgäste, die an der Seite an ihren Tischen was trinken, statt auf der Tanzfläche zu schwitzen. Macht sich über die einschläfernde Wirkung des Bieres lustig – alles spontan gereimt und gerappt. „Moop Mamas“ Texte drehen sich um Liebe und um Hip-Hop selbst. Und um die Liebe zum Hip-Hop. Sie werden aber auch politisch: Weiterlesen

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„Ich dirigiere heute trotzdem“

Weimar

30. September

Erstes Sinfoniekonzert der Saison mit der Staatskapelle Weimar. Dirigent Stefan Solyom betritt das Pult, wendet sich zum Publikum und fragt, ob ihn alle gut hören. Sinfoniekonzert mit Ansage? Was ist das denn?

„Die Violin-Solistin Catherine Manoukian hat sich leider eine Muskelzerrung im linken Arm zugezogen. Sie spielt heute Abend trotzdem.

Die Cellosolistin Marie-Elisabeth Hecker hat eine schwere Mandelentzündung. Sie spielt heute Abend trotzdem.

Ich habe neue Schuhe. Ich dirigiere heute Abend trotzdem.“

C.: „Er hat den Habitus eines Big-Band-Leaders.“

Solyom weiter: Nach Janáček folge Brahms. „Ich liebe Brahms. Er hat keine einzige Note publiziert, die überflüssig ist.“

Jemand im Publikum: „Nein. Das war Mozart.“ Weiterlesen

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»I just had Sex«

Der vorläufige Klimax der Pop(p)-Ironie

Während sich Deutschlehrerinnen überall im Land noch weigern, sich auf eine verbindliche Definition von „Postmoderne“ festnageln zu lassen, ist das Popkulturon schon etliche Ecken weiter. Wir sind, wie man hört, transpostmodern, post-ironisch und mega meta. Die Chance, dass ein Künstler und sein Rezipient zu einem beliebigen Zeitpunkt auf derselben Meta-Ebene sind, geht gegen Null.

Selbstironie ist die Voraussetzung, noch etwas von Wert auszusagen. Der Haken an Selbstironie ist, dass sie eine Denkebene voraussetzt oder eine Schaffensperiode, in der der Produzent etwas ernst meinte. (Denkebene oder Schaffensperiode heißt hier: Gleichzeitigkeit ist nicht ausgeschlossen. Ein Selbstironiker kann eine Aussage treffen, die im selben Moment eine ernst gemeinte Grundlage hat, in dem sie sich und ihn parodiert.)

Der Punkt ist doch:

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