Archiv der Kategorie: Martin liest

„Welche Antwort braucht dieses Land?“

Mein Vorschlag für ein Debattierclub-Logo in der Schule
Alle Zwischenrufe der letzten Bundestagsdebatte vor der Sommerpause am 4. Juli 2014. Komplett aus dem Zusammenhang gerissen:
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Volker Kauder: Mindestlohn!

Rudolf Henke: Das ist doch gar nicht wahr!

Sabine Weiss: Das ist ja ganz neu!

Maria Klein-Schmeink: Aber klein!

Maria Klein-Schmeink: Das wollen wir nicht! – Pia Zimmermann: Dann müssen Sie auch etwas tun!

Pia Zimmermann: Das stimmt!

Pia Zimmermann: Dafür machen Sie aber ganz schön wenig!

Jens Spahn: Doch, doch! Weiterlesen

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Eingeordnet unter 06 Martin Josts Kulturkonsum, 08 Drahtbildberichterstattung, 11 Das Transpostmoderne Manifest, 15 Fakt, Blog-Exklusiv, D-Land, Martin liest, Passiert, Wortkritik

Ein politischer Kommissionsbericht als Comic

Den Bericht der Kommission zur Untersuchung der Terroranschläge vom 11. September gibt es auch in einer graphischen Version. Anders gesagt: Als Sachbuch-Comic. Ausgezeichnete journalistische Arbeiten sind bereits in diesem Genre entstanden. Die graphische Adaption des «9/11-Reports» erfährt leider keine Aufwertung durch die Bilder.
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The 9/11 Report
«The 9/11 Report—A Graphic Adaptation» by Sid Jacobson & Ernie Colón
My rating: ★★✩✩

Nach den Terroranschlägen auf die USA vom 11. September 2001 wurde eine Kommission eingesetzt, die die Ereignisse von allen denkbaren Seiten untersuchen sollte. Die “National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States” untersuchte das Vorgehen der Flugzeugattentäter am 11. September, aber auch die politische Vorgeschichte, in der Infrastruktur und Taktiken entstehen konnten, die zusammenfassend als “New Terrorism” bezeichnet werden.

Der Bericht der Kommission zeigt viele Momente in der US-Außenpolitik auf, in denen die Clinton- und später die Bush-Regierung wirksam gegen Osama bin Laden bzw. Al Qaida hätten vorgehen können. Weiterlesen

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Für Journalismus zu viel Haltung

Broken Republic: Three Essays. Arundhati Roy
Broken Republic: Three Essays. by Arundhati Roy
My rating: ★★✩✩✩

Arundhati Roy dokumentiert und kritisiert in drei Essays den industriellen Landraub an indischen Ureinwohnern. Indiens Regierung  setzt die Ausbeutung der Natur durch Bergbau-Corporations mit Waffengewalt und Progromen gegen die Bevölkerung durch.

Der erste von drei Essays liefert eine Einordnung zu den Hintergründen. Im zweiten porträtiert Roy Widerstandskämpfer, die sie im Urwald besuchte. Dieser mittlere Essay ist das beste Stück aus der Sammlung und für sich genommen sehr lesenswert. Aufsatz Nummer drei ist eine detaillierte Dokumentation der Propagandaschlacht zwischen Regierungsmacht und Guerilla-Widerstand. Weiterlesen

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von | 2. Juli 2014 · 09:00

Cloaca maxima

Ich schreibe neuerdings meine Magisterarbeit. Und zwar nur die Magisterarbeit und keine offenen Hausarbarbeiten mehr. Jahrelang schien mir dieser Klimax in unerreichbarer Ferne und jetzt ist es nur ein kurzer Moment, den ich mal besser schnell auskoste, sonst ist er schon wieder vorbei. (Ernsthaft, ich könnte besser in der Zeit sein. Ich war aber auch schon schlechter.)

Zu meiner eigenen Überraschung und entgegen aller Fantasien, die ich früher von dieser Phase meines Studiums hatte, schreibe ich meine Magisterarbeit in Alter Geschichte nicht zu einem Thema mit StarTrek. Nicht, dass ich meiner Betreuerin keines vorgeschlagen hätte. Ich konnte nur einfach nicht überzeugen. Weiterlesen

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von | 11. März 2014 · 23:00

Catull ist total kindisch :-P

Zur Frage der Lebensdaten des Catull befindet Paul Thielscher†: „XX Jahre Lebenszeit dürfte richtig sein […] Catull dürfte also infolge seines lüderlichen [sic] Lebens seinen frühen Tod gefunden haben Weiterlesen

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von | 3. Januar 2014 · 13:22

Andere Kunden, die Ihre Frage hatten, haben sich auch mit dieser Antwort zufrieden gegeben:

Den rhetorischen Kniff, frech an einer Frage vorbei zu antworten, kennen wir heute vor allem von Kundenhotlines, seien sie nun fernmündlich oder per elektronischer Post erreichbar. Diese respektlose Kulturtechnik geht aber schon auf die Antike zurück, wo Orakel in etwa die Bedeutung von heutigen Kundenhotlines hatten.

Die Lakedæmonier im antiken Griechenland ließen ihren Staat traditionell von einem König regieren. Die Betonung liegt auf „einem“. König wurde in der Regel der Erstgeborene des alten Königs. So weit, so herkömmlich.

König Aristodemos führte während seiner Amtszeit die Lakedæmonier zu dem Land, auf dem sie ihren Staat Sparta gründeten. Dort angekommen, wurde Argeia, die Frau des Königs, schwanger. Und alle so: Yeah, neuer König unterwegs.

Argeia brachte gesunde männliche Zwillinge zur Welt. Aristodemos durfte die Racker noch gerührt im Arm halten, bevor er starb. Und alle so: Hey, Argeia, cool, dass du den neuen König geboren hast. Wer von den beiden ist denn der Glückliche? Und Argeia: Keine Ahnung, Babys sehen für mich alle irgendwie gleich aus. Weiterlesen

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Über den Umgang mit unentschlossenen, faulen und phlegmatischen Leuten

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Faule und phlegmatsiche Menschen müssen ohne Unterlaß getrieben werden, und da doch fast jeder Mensch irgend eine herrschende Leidenschaft hat, so findet man zuweilen Gelegenheit, durch Aufrührung derselben solche schläfrige Geschöpfe in Bewegung zu setzen.
Es gibt unter ihnen solche, die bloß aus Unentschlossenheit die kleinsten Arbeiten jahrelang liegen lassen. Weiterlesen

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von | 2. November 2013 · 10:41