Der andere blaue Planet

Die Astrophysikerin Svetlana Berdyugina sucht nach Lebenszeichen im reflektierten Licht ferner Himmelskörper
«uni'wissen» 1/2014 • Grafik: Darya Rios; Fotos: Svetlana Berdyugina

«uni’wissen» 1/2014 • Grafik: Darya Rios; Fotos: Svetlana Berdyugina

Wenn es auf anderen Planeten Leben gibt, ist Svetlana Berdyugina vielleicht die Erste, die es erfährt. Die Astrophysikerin misst die Polarisation von Licht, das von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – so genanten Exoplaneten – reflektiert wird. 2008 gelang ihr und ihrem Team, damals an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, der weltweit erste Nachweis von Licht, das einen so weit entfernten Planeten getroffen hatte – mehr als 1,5 Milliarden Mal weiter weg als der Mond. Heute forscht Berdyugina am Freiburger Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik und ist Professorin am Physikalischen Institut der Universität Freiburg. Als Nächstes möchte sie mit Hilfe der Polarisation herausfinden, welche Stoffe sich in der Atmosphäre von Exoplaneten befinden. Und vielleicht entdeckt sie dort Moleküle, die von Lebewesen erzeugt wurden.

Gedruckte Texte von Martin Jost

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 01/2014 (Juli) von «uni’wissen», dem Forschungsmagazin der Universität Freiburg.


Unsichtbare Eigenschaften von Licht

Für fünf Jahre hat der Europäische Forschungsrat (ERC) Berdyugina Förderung durch einen Advanced Grant in Höhe von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Mit der Förderung wollen wir ein Polarimeter bauen, das noch empflindlicher ist“, sagt Berdyugina. „Mit ihm könnten wir Moleküle in der Atmosphäre eines Planeten nachweisen.“ Berdyugina kann das Licht von Planeten vermessen, die sich auf der Umlaufbahn um ihren Heimatstern von der Erde aus gesehen gerade neben dem Stern befinden. Andere Methoden sind darauf angewiesen, dass der Planet genau vor seiner Sonne vorbeizieht. Die Polarimeter, die Berdyugina und ihr Team entwickeln, müssen äußerst empfindlich sein, denn die von dem Planeten reflektierte Lichtmenge ist verglichen mit jener, die der Stern direkt abstrahlt, verschwindend gering. Die Messgeräte filtern aus dem blenden hellen Licht des Sterns das Bisschen heraus, das durch die Atmosphäre des Planeten gegangen ist. Dabei machen sie sich eine Eigenschaft von Licht zunutze, die nicht sichtbar, aber messbar ist – seine Polarisation.

→ Weiterlesen auf wissen.uni-freiburg.de

 


 

Advertisements

Kommentare deaktiviert für Der andere blaue Planet

Eingeordnet unter

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.