Lernen für die Zukunft

Deutsch-Unterricht im Projekt „Komm rein!“ der Münchner Volkshochschule

Dreizehn Tage dauerte die riskante Flucht von Mohammed Abou Alsel, bis er in Sicherheit war. In seiner syrischen Heimat hatte der 20-Jährige ein Medizinstudium begonnen. Doch das Leben in dem Kriegsgebiet wurde zu gefährlich.

Am Tag nach seiner Ankunft in München hat Mohammed Abou Alsel angefangen, Deutsch zu lernen. In der Aufnahme-Einrichtung für Asylbewerber auf dem Gelände der McGraw-Kaserne vermittelt das Projekt „Komm rein!“ der Münchner Volkshochschule grundlegende deutsche Sprachkenntnisse und Orientierung im Alltag. Viele Flüchtlinge können gar kein Deutsch und das Alltagsleben ist für sie ganz ungewohnt.

Work for Hire

Dieser Text entstand für die Münchner Volkshochschule und erschien im Juli 2015 zuerst auf mvhs.de.


„Wir wollen den Flüchtlingen Sicherheit für ihren weiteren Weg geben“, sagt Gunhild Brössler, die das Projekt „Komm rein!“ koordiniert und selbst in der Aufnahme-Einrichtung Deutsch unterrichtet. „Sie sollen Mut gewinnen und die fremde Sprache benutzen.“

Oft schon nach wenigen Tagen reisen die Flüchtlinge aus der Aufnahme-Einrichtung weiter in eine dezentrale Gemeinschaftsunterkunft. In der kurzen Zeit ist klassischer Sprachunterricht nicht möglich. Die kleinen, alltagsbezogenen Unterrichtsbausteine helfen den Flüchtlingen, sich vorzustellen, „Danke“ zu sagen oder sich im öffentlichen Nahverkehr zurecht zu finden. Sie können an jeder Stelle in den Unterricht einsteigen.

„Komm rein!“ ist im März 2015 gestartet und wird mit Mitteln des Sozialreferats der Landeshauptstadt München und aus Eigenmitteln der MVHS finanziert. Gunhild Brössler entwickelt aus ihren Erfahrungen im Unterricht in Zusammenarbeit mit der Stelle für interkulturelle Arbeit beim Sozialreferat ein Konzept, nach dem das Pilotprojekt weiter geführt und auf andere Einrichtungen übertragen werden soll.

Das Konzept sieht die Einbindung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Deutsch-Unterricht vor. Die Ehrenamtlichen, die den Unterricht von „Komm rein!“ in der McGraw-Kaserne unterstützen, werden durch die Projektpartnerin Innere Mission koordiniert.

Mohammed Abou Alsel hat zehn Tage in der Aufnahmeeinrichtung in der McGraw-Kaserne gelebt. Wann immer er konnte, kam er sowohl vormittags als auch nachmittags zum Deutsch-Unterricht von „Komm rein!“. Er hofft, dass er weiter Deutsch lernen und bald auch sein Medizinstudium fortsetzen kann. „Außerdem würde ich gern ehrenamtlich arbeiten“, sagt er. Vielleicht kann er ja eines Tages andere beim Deutschlernen unterstützen.

Download: Die Pressemitteilung der Münchner Volkshochschule zum Projekt „Komm rein!“ als PDF.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter

Sag, was du denkst!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s