Schlagwort-Archive: 2002

Bundestagswahl 2013

Empört mich!

Ich kann den Muell nicht bei mir behalten. Ich lass den Scheiss einfach los. Ich lass mich gehen. Ach ist doch alles egal.

„Au, ich hab da was.“

„Zeig mal her!“

„Nee, is schon gut.“

„Echt, zeig mal her!“

„Nee, isn bisschen ne private Stelle.“

„Tut’s weh?“

„Manchmal. Meistens drückt’s nur’n bisschen. Sieht aber eklig aus. Manchmal kommt so was Gelbes raus. Manchmal bin ich ein paar Stunden gelähmt, wenn ich drauf rum drücke und kann nicht aufstehen und mach mir ein. Geht aber eigentlich.“

„Was isses denn?“

„Weiß ich auch nicht.“

„Wie lange hast’n das schon?“

„Paar Jahre.“

„Geh doch mal zum Arzt.“

„So schlimm ist es auch nicht.“

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Eingeordnet unter 01 Hallo Woche! (MO), 03 Martins Meinung (MI), 07 Sonntags, 08 Drahtbildberichterstattung, Blog-Exklusiv, D-Land

Fahndung nach Unbekannt

Sehr geehrte Person,

ich suche Sie, wenn Sie 2002 oder 2003 ein Foto von mir auf Ihrem entwickelten Film gefunden haben. Ihre Kamera, die Sie verloren hatten, befand sich damals kurzzeitig im Besitz von einer Kollegin und mir und wir fanden es witzig, uns mit je einem Schild mit der Aufschrift: „Wir haben deine Kamera gefunden“ zu fotografieren.

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Im Sinne der Initiative “Reclaim Social Media” strebe ich an, soziale Äußerungen von mir und personenbezogene Daten wenn nicht zu kontrollieren, dann doch zumindest in Kopie zu besitzen. Sie würden meinem Blog und mir eine große Freude bereiten, wenn Sie sich durch diesen offenen Brief angesprochen fühlen und mir eine Kopie meiner Fotos schicken. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 05 Wochenende (FR), 07 Sonntags, Blog-Exklusiv, In eigener Sache, Passiert

„Jetzt weiß man, dass es überall passieren kann“

Wieder ein Amoklauf. Wieder eine Tragödie. Wieder eine Debatte über Waffengesetze und der Versuch, zu verstehen und zu verhindern, dass Menschen so ausrasten können. 2002 gab es in Erfurt den ersten Amoklauf „amerikanischen“ Ausmaßes in Deutschland. Damals ging ich selbst noch in der Nachbarstadt Weimar zur Schule. Thorsten Büker von der Thüringischen Landeszeitung (wo ich zu der Zeit als freier Mitarbeiter schrieb) interviewte mich nach dem Ereignis. Schon so früh – an dem Wochenende direkt nach dem blutigen Freitag – standen der strukturelle Druck, der von unserem Schulsystem ausging, und das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern im Mittelpunkt der Debatte.
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TLZ-Interview

Hier. Nicht
in Amerika.

Schultag nach dem Blutbad:
„Wenn ihr ein Problem habt, sprecht es bitte an“

Von Thorsten Büker

Weimar. (tlz) Montag: Für Mädchen und Jungen in Weimar beginnt die neue Schulwoche. Und doch ist seit der Schreckenstat an dem Erfurter Gutenberg-Gymnasium der Schulalltag in weite Ferne gerückt, denn diese Tat wird das Verhältnis von Schülern, Lehrern und Eltern auf Monate hinaus bestimmen. Die TLZ unterhielt sich gestern mit Martin Jost. Der 17-Jährige ist Schüler des Schillergymnasiums und will im nächsten Jahr sein Abitur machen.

Thüringische Landeszeitung (TLZ) vom 29. April 2002. »Hier. Nicht in Amerika« von Thorsten Büker

Thüringische Landeszeitung (TLZ) vom 29. April 2002. »Hier. Nicht in Amerika« von Thorsten Büker*

Wie war der Start in die Woche unter dem Eindruck dieser Bluttat?

Um 8:05 Uhr war die Schweigeminute für die Schulen. Alle Klassen und die Lehrer haben sich auf dem Schulhof versammelt. Wir wurden informiert, dass heute in erster Linie über die Tat in Erfurt gesprochen werden soll. In den Klassen, mit den Lehrern.

War das Bedürfnis vorhanden, darüber zu reden? Oder fühltet ihr euch bereits wortleer?

Nein. Schon vorher wurde nur darüber geredet, das Bedürfnis war enorm. Ein Lehrer, der gleich in der ersten Stunden seinen normalen Unterricht abgespult hätte, hätte keine Aufmerksamkeit gehabt. Wir konnten am Wochenende die Informationen aufnehmen, konnten mit Eltern und Freunden reden. Aber mit denen, die es betrifft, nämlich mit Schülern und Lehrern, hatte man noch nicht reden können.

Was dominierte in den Gesprächen? Hilflosigkeit über eine Tat, die das Fassungsvermögen übersteigt?

Nein. Vielleicht eher das Gegenteil. Lehrer haben konkret gesagt, dass wir uns jetzt nicht lähmen lassen dürfen. Was mir auffiel, war, dass es zunächst nur um persönliche Empfindungen ging. Und später wurde es hinhaltlich: Wo liegen die Probleme? Was stört uns an der Schule? Wo kommt der Stress her? Was kann man anders machen?

Wie haben die Lehrer reagiert?

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Eingeordnet unter 03 Martins Meinung (MI), 08 Drahtbildberichterstattung, 99 Archiv, Blog-Exklusiv, D-Land, Ego Wall, In eigener Sache

Verein im Todeskampf

Weimar 2002

Gedrucktes (48)


Der Albert-Schweitzer-Gedenkstätte fehlen 25000 Euro

«Thüringische Landeszeitung» vom 21. Oktober 2002

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Eingeordnet unter 02 Gedrucktes (DI), 99 Archiv, TLZ

Mein Taufschein

Der Papst ist in der Stadt und fudder hat mich ermutigt, mir mal die anstehenden Happenings zu geben. Meine Eintrittskarten habe ich schon. Jetzt fehlt nur noch, dass mir ein Türsteher einen Strick daraus dreht, dass ich angeblich nicht getauft sei. Dem möchte ich vorgreifen, indem ich heute meine auf eine alte Seekarte gedruckte Taufurkunde veröffentliche, die mir Kapitän Schmidt vor nunmehr neun Jahren überreichte. Der Wortlaut: Weiterlesen

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Eingeordnet unter 05 Wochenende (FR), Ego Wall, Zur See

Friedrich Schiller contra «Bild»

Friedrich Schiller

Ludowike Simanowitz: Friedrich Schiller

Freiburg • martinJost.eu

Judith Holofernes, Frontfrau der Kapelle Wir sind Helden, war keineswegs die erste deutsche Lyrikerin, die laut und pointiert gegen die «Bild»-Zeitung wetterte. Auch der Weimarer Arzt, Schriftsteller und Lyriker Friedrich Schiller schmähte das Blatt in einem Interview:

Mir kam vor wenig Tagen, Wie? fragt mich eben nicht, vom Reich der ew’gen Plagen die Zeitung zu Gesicht. Sonst frag ich diesem Essen, wo noch kein Kopf zerbrach, dem Freikorps unsrer Pressen, wie billig, wenig nach.

Doch neulich auf Mallorca, da konnt’s nicht anders geh’n, im teutschen Sprachenraume war nur die BILD-Zeitung zu sehen. Was konnt ich andres tun, erwarb ein Exemplar, doch ach, o Graus, was sag ich, was da geschrieben war? Nur Mörder, Killer, Töter; nur Nackte, Lady Di; nur Gerhard Schwerenöter; lahme Polizei.

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Eingeordnet unter 03 Martins Meinung (MI), 04 Groschenromane (DO), 06 Martin Josts Kulturkonsum, Martin liest

Martin hat gewählt


Ich als Freiburger

Martin denkt ernsthaft nach.

Martin denkt ernsthaft über Politik nach.

Freiburg. (mjeu/majo) Ich denke, alle klugen Deutschen erkennt man daran, wie unzufrieden sie mit dem Ausgang der Bundestagswahl vom letzten Sonntag sind. Weiterlesen

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