Schlagwort-Archive: Comic

Ein politischer Kommissionsbericht als Comic

Den Bericht der Kommission zur Untersuchung der Terroranschläge vom 11. September gibt es auch in einer graphischen Version. Anders gesagt: Als Sachbuch-Comic. Ausgezeichnete journalistische Arbeiten sind bereits in diesem Genre entstanden. Die graphische Adaption des «9/11-Reports» erfährt leider keine Aufwertung durch die Bilder.
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The 9/11 Report
«The 9/11 Report—A Graphic Adaptation» by Sid Jacobson & Ernie Colón
My rating: ★★✩✩

Nach den Terroranschlägen auf die USA vom 11. September 2001 wurde eine Kommission eingesetzt, die die Ereignisse von allen denkbaren Seiten untersuchen sollte. Die “National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States” untersuchte das Vorgehen der Flugzeugattentäter am 11. September, aber auch die politische Vorgeschichte, in der Infrastruktur und Taktiken entstehen konnten, die zusammenfassend als “New Terrorism” bezeichnet werden.

Der Bericht der Kommission zeigt viele Momente in der US-Außenpolitik auf, in denen die Clinton- und später die Bush-Regierung wirksam gegen Osama bin Laden bzw. Al Qaida hätten vorgehen können. Weiterlesen

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Nerds – Früher peinlich, heute Idole

Das alte Tierleben taugt nicht mehr, um sie zu erkennen: Nerds sind vielleicht die menschliche Gattung, die sich in kurzer Zeit am rasantesten verändert hat und immer noch verändert. Was ist geblieben vom soziophoben Computerfreak?
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Dinobettwaesche, Gameboy

Nerds gehen zum Beispiel mit Dinosauriern ins Bett. (Symbolfoto.)

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Prozess, Teil, Werk

Kunst-Stück des Monats

Freiwehr. (mjeu) Willkommen im Juni! Unsere Reihe Kunst-Stück hat diesen Monat ein grandioses Schmankerl zu bieten: Ein Werk, noch in der Staffelei abgelichtet, von Paul Pretens, in Freiwehr ansässiger Maler. Ein Werkstattbericht sozusagen.

Paul Pretens: »D.I.K.K.« Acryl (Tempera) auf Karton. Freiwehr 2009.

Paul Pretens: »D.I.K.K.« Acryl (Tempera) auf Karton. Freiwehr 2009.

Erdige, jedenfalls warme Grundtöne: Der Hintergrund ist aus Ocker-bis-Orange-Tönen, klare senkrechte Pinselstruktur, den Vordergrund besetzen intensiv blaue Figuren: Quadrate zumeist, aber mit abgerundeten Ecken. Nur auf den ersten Blick sind die alle gleich: manche sind eckiger als andere, manche haben ausgefranste oder verlaufene Ränder, wieder andere haben ein wirbeliges Muster oder der Hintergrundton scheint durch sie hindurch. Sie sind vielfältig, sie sind scheinbar willkürlich angeordnet, durcheinander, aber doch gruppiert, wie es menschliche Gruppen sind. Soziale Quadrate. Sind das wir?

Wenn dem so wäre, wären die rundlichen, welligen blauen Wolken, die nur teilweise und nur in den rechten Ecken ins Bild reichen, das Fremde. Groß und nicht ganz zu sehen, unverstanden. Rund und weich scheinbar, aber gleichzeitig bedrohlich weil mächtig massiv. Die eine Wolke fährt etwas aus, was fast wie ein comichafter Kussmund wirkt. Ist das eine Kontaktaufnahme? Findet Verständigung statt zwischen uns, die wir von den Quadraten symbolisiert werden, und den Wolken? Wohl eher nicht, denn nirgendwo sind die Quadrate eisiger, schärfer und eckiger als wo sie am nächsten an den rundlichen Dingern dran sind.

Ist das Fremde eine große Masse? Es ragt oben rechts und unten rechts etwas ins Bild. Seine Wölbung lässt ahnen, dass der weitaus größte Teil weit außerhalb des Bildes liegt. Aber gehören beide Teile zu ein und demselben Wesen? Oder sind es zwei unterschiedliche? Es ist nicht zu sehen.

Die Transpostmoderne hat das Surreale für sich entdeckt, aber nicht, ohne es voll Aussage zu stopfen.

Das ist abstrakt und doch eindeutig, das ist große Kunst!

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