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„Ich dirigiere heute trotzdem“

Weimar

30. September

Erstes Sinfoniekonzert der Saison mit der Staatskapelle Weimar. Dirigent Stefan Solyom betritt das Pult, wendet sich zum Publikum und fragt, ob ihn alle gut hören. Sinfoniekonzert mit Ansage? Was ist das denn?

„Die Violin-Solistin Catherine Manoukian hat sich leider eine Muskelzerrung im linken Arm zugezogen. Sie spielt heute Abend trotzdem.

Die Cellosolistin Marie-Elisabeth Hecker hat eine schwere Mandelentzündung. Sie spielt heute Abend trotzdem.

Ich habe neue Schuhe. Ich dirigiere heute Abend trotzdem.“

C.: „Er hat den Habitus eines Big-Band-Leaders.“

Solyom weiter: Nach Janáček folge Brahms. „Ich liebe Brahms. Er hat keine einzige Note publiziert, die überflüssig ist.“

Jemand im Publikum: „Nein. Das war Mozart.“ Weiterlesen

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter 06 Martin Josts Kulturkonsum, 08 Drahtbildberichterstattung, Blog-Exklusiv, Kuriosa, Martin hört

Ich habe mir Arbeit mitgebracht

Ein Konzert in einer Kirche ist eine Prüfung. Es ist gotteslästerlich kalt. Es gibt keine Toiletten. Es gibt keine Concessions-Theke. Der Sitzkomfort grenzt an Kasteiung. Und die Musik geht drei Stunden. Letztere ist es wert, deswegen ist es trotz allem knallevoll. Manchen Zuhörern scheinen die gottgegebenen Strapazen noch nicht genug zu sein – sie haben sich was zu tun mitgebracht.

Drei Reihen schräg rechts vor mir sitzt ein Bildungsbürgerehepaar. Graue Haare, Pelzkragen. Sie lesen die Partitur mit. Ich sehe das, weil sie das Heft mit den Noten unnatürlich hoch halten. Fast müssen sie nach oben schauen, um es zu studieren. So können wenigstens alle mitlesen, die auch noch wollen. Weiterlesen

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Kuck, da war ich

Warum wir auf Konzerten Andenken kaufen

Bella Triste 26 und Jacob-and-the-Appleblossom-CDDer erste Mai war in diesem Jahr ein Samstag. Das ist eigentlich in jeder Hinsicht unpraktisch: Besonders viel zu erwartende Randale in Berlin, kein Einkaufen mehr am Samstag und kein extra Tag frei.

Freitagabend war dafür ein doppelter Freitag. Nicht nur gehen die Freiburger weg, weil am nächsten Tag Ausschlafen ist, sondern darüber hinaus gibt es überviele In-den-Mai-Feier-Möglichkeiten.

Ich hatte mich für den Kulturweg in den Mai entschieden: Ich ging auf eine Lesung. Die erste aus der Reihe Zwischen/Miete des Literaturbüros, wo junge, noch nicht groß entdeckte Autorinnen und Autoren in Freiburger WGs lesen. Weiterlesen

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»We all are Hunters of the Unicorn«

Von den Proben bis zur Uraufführung – der Werdegang eines Konzertes

Von Martin Jost

journal d'ami Ausgabe 1 (Herbst, Winter 2000)

journal d’ami Ausgabe 1 (Herbst, Winter 2000)

Wenn man das Einhorn in der Gedichtzeile von James Broughton als Symbol für den Mythos schlechthin sieht, Weiterlesen

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