Schlagwort-Archive: Liberalismus

Null Toleranz für gleichnamige Säule

Der Augustinerplatz ist um eine farbige Laterne reicher. Und weiter?

Der Augustinerplatz ist um eine farbige Laterne reicher. Und jetzt?

Du bist Junges Freiburg!

Freiburg. (mjeu/majo) Gestern Abend ging die Freiburger »Säule der Toleranz« in Betrieb, die Nutzer des Augustinerplatzes an das Verbot »Musikalischer Darbietungen« erinnern soll, indem sie rot wird. Es handelt sich um eine viereckige Konstruktion und damit technisch um einen Pfeiler und keine Säule. Aus milchigem Glas dringt farbiges Licht. Die meiste Zeit des Tages soll der Pfeiler bunt sein. Um 22:00 Uhr wird er ganz grün und vom unteren Rand her steigt Rot auf, das um 23:00 Uhr den ganzen Pfeiler ausmacht. Die Augustinernutzer verabscheuend die Säule und werden, je nach Besäufnisgrad, auch gegen sie handgreiflich. Weiterlesen

Advertisements

7 Kommentare

Eingeordnet unter 03 Martins Meinung (MI), 08 Drahtbildberichterstattung, Du bist Junges Freiburg!, Was geht in Freiburg?

G-Punkt finden

Lebenshilfe (Folge 2)••

Nie zu finden, wenn man ihn braucht: Der G-Punkt.

Nie zu finden, wenn man ihn braucht: Der G-Punkt.

Ist man ethisch, moralisch und sexuell noch so liberal, kann man sich zu Recht auch für noch so gebildet halten – es gibt Fragen, die wagt man sich einfach nicht offen zu stellen. Dafür gibt es uns.

Schickt uns alles, was euch wirklich bewegt – unter einer Bedingung: Wir sind die einzigen, denen ihr zutraut, es vertraulich zu behandeln und kompetent zu bearbeiten. Wir, das sind Musiknobelpreisträgerin Prof. Dr. Dr. Dipl.-MA Oberstudienrätin Angelika Frühlingsgrün und Psychopathienobelpreisträger Prof. habil. Dr. Dr. Dr. Dipl.-MA Hyperstudienrat Henry Herbstlaub, das Lebenshilfe-Team auf martinjost.eu.

»Wie kann mein Freund meinen G-Punkt finden?«,

fragt Hermeline Oswald aus der Karl-Marx-Straße 17 in Weimar. Nun, da die geschätzte Kollegin Frühlingsgrün, die eigentlich für solchen Weiberkram zuständig ist, gerade ihren dritten Doktor machen ist, versuche ich mal mein Glück mit dieser Frage. (Wozu braucht eine Frau drei Doktortitel? Kochen ist doch keine Wissenschaft.)

Also, Hermi, ich darf doch Hermi sagen?, zunächst muss man sagen, dass die Existenz jenes ominösen G-Pünktchens keineswegs bewiesen ist. Ich zum Beispiel habe meinen Lebtag noch keinen gesehen, sondern nur Gerüchte aufgeschnappt, denen zufolge er grün sein soll.

Hermi, du weißt doch sicher, wie das mit den Bienchen und den Blümchen ist. – Also, wichtig ist in erster Linie dein Blümchen, das ja, und da sind Männer und Frauen sich längst einig, meistens, selten jedoch unter ganz besonderen Umständen, die ihrer Art nach deiner vollen Beachtung und der deines Freundes bedürfen – was in einer gleichberechtigten Partnerschaft, und ich darf doch hoffentlich davon ausgehen, dass dein Freund und du eine solche führen, denn ansonsten wäre da ja etwas ganz und gar nicht in Ordnung, zumal im 21. Jahrhundert, wo ja auch die Biologie und die mit ihr einher gehenden Bereiche der medizinischen Forschung enorme Fortschritte bewerkstelligen, die keineswegs unbeachtet von der Gesellschaft bleiben können und werden, so dass man heutzutage ja glücklicherweise offen über alles sprechen kann. Außerdem solltest du deinen empfindlichen G-Punkt regelmäßig nach Knötchenbildung abtasten, nach Fäulnisreaktionen beschnuppern und mit einem Lineal auf Punktschwund hin untersuchen, nicht zu vergessen die tägliche Punkthygiene (am besten mit einer Selleriezehe).

Ich denke doch, ich konnte dir helfen, Hermi, danke nochmal für deine Frage.

Lebenshilfe (Folge 1): »Zu größeren Brüsten kommen« und die Geschichte hinter der »Lebenshilfe«-Rubrik: hier klicken!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 07 Sonntags, Ungedrucktes

Zu größeren Brüsten kommen

Gedrucktes: »Lebenshilfe«

Lebenshilfe-Artikel

»journal d’ami« Ausgabe 1 (Herbst/Winter 2000)

Ist man ethisch, moralisch, moralisch und sexuell noch so liberal, kann man sich zu Recht auch für noch so gebildet halten – es gibt Fragen, die wagt man sich einfach nicht offen zu stellen. Dafür gibt es uns.

Schickt uns alles, was euch wirklich bewegt – unter einer Bedingung: Wir sind die einzigen, denen ihr zutraut, es vertraulich zu behandeln und kompetent zu bearbeiten. Wir, das sind Musiknobelpreisträgerin Prof. Dr. Dr. Dipl.-MA Oberstudienrätin Angelika Frühlingsgrün und Psychopathienobelpreisträger Prof. habil. Dr. Dr. Dr. Dipl.-MA Hyperstudienrat Henry Herbstlaub, das Lebenshilfe-Team des journal d’ami. Die Frage, die wir in dieser ersten Ausgabe diskutieren, stammt von Esmeralda Espenlaub aus Weimar. Sie lautet:

Wie konnte Britney Spears durch eine Knie-OP größere Brüste bekommen? Ist dies auch in umgekehrter Form möglich?

[Angelika Frühlingsgrün:] Da ich Britney Spears persönlich kenne, muss ich sagen, dass ich sie für eine sehr begabte Persönlichkeit halte, die mit ihrer Musik die Menschheit bereichert. Denken Sie nur mal an Songs wie »Lucky«, mit denen sie uns jeden Tag ein bisschen Glück schenkt.

[Henry Herbstlaub:] Nur, weil Sie immer bekifft sind, wenn Sie Radio hören und Britney Spears Sie ein bisschen high werden lässt, heißt das nicht, dass sich ihre Präsenz nicht langfristig negativ auf unser Kulturgeschehen auswirkt.

Wie kommen Sie darauf, dass ich kiffe?

Ganz einfach: Ihre Titel lassen darauf schließen, dass Sie schon mal eine Dissertation geschrieben haben.

Das wird mir zu privat! Zurück zum Thema. Wie ging das jetzt bei der Knie-OP Ihrer Meinung nach vor sich?

Joah. Das habe ich, glaube ich, vor kurzem im »Medical Review« nachlesen dürfen. Zunächst wurde die Gelenkhaut geöffnet, Knorpelgewebe zur Seite geklappt, darunter liegende Schleimhäute gefaltet, die Gelenkgelatine ausgelassen, die gesplitterte Kniescheibe entnommen, die Krankenschwester ausgetauscht, eine hyperflexible titandrahtverstärkte Silikonkniescheibe eingesetzt und wieder zugemacht. Leider trat eine eitrige Eintzündung auf (parallel dazu wurden einige OP-Geräte als vermisst gemeldet) und die neue Kniescheibe trat ihren eitrigen Weg durch die körperinneren Lymphsysteme in die oberen Bereiche des Korpus an.

Können Sie sich vorstellen, dass so etwas eventuell in umgekehrter Form auch zu größeren Knien führen könnte?

Ganz sicher, aber wer wollte das schon und würde es nicht sofort weg operieren?

Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

Wir sollten das bei Gelegenheit wiederholen.

Von Steffie Zinck und Martin Jost

Weimar. (mjeu/majo)• Die erste Folge der Briefkastenberatung »Lebenshilfe« erschien 2000 in der ersten und einzigen Ausgabe des journal d’ami (siehe auch: Gedrucktes: »We all are Hunters of the Unicorn«). Es sollte eine regelmäßige Satire in dem Jugend-Kultur-Magazin des Weimarer mon ami werden. Ich habe noch eine zweite Folge vorbereitet, die aber nie irgendwo veröffentlicht wurde. Für Folge 1 schrieb ich als chauvinistischer Psychopath (im professionellen Sinne) Henry Herbstlaub, der zwar mehr Doktortitel hat als Frau Frühlingsgrün, aber dafür noch keine Professorenstelle, und meine Redaktionskollegin und gute Freundin Steffie als Angelika Frühlingsgrün. Wir haben den Text im Grunde so verfasst, wie er hier steht: Spontan, im Gespräch miteinander, abwechselnd Ideen äußernd und aufnotierend.

Famos, wieviel Zeitgeist aus diesem Text spricht. Britney Spears hatte noch ihre erste Karriere und kämpfte um ihr Image als Unschuld vom Lande. Ich erinnere mich nicht, aber scheinbar war ihr von der Presse unterstellt worden, sich während eines Klinikaufenthalts die Mammas augmentiert haben zu lassen und sie dementierte, sie habe bloß eine Knie-OP gehabt. »Lebenshilfe« versucht, die Widersprüche in Esmeraldas orientierungsloser Brust zu vereinbaren, indem es die Schwellung mit einer mobilen entzündlichen Komplikation erklärt. Logisch, oder? Ich hatte damals viel Spaß am bildlichen Ausmalen der chirurgischen Details. Diesen einen Absatz habe ich bestimmt sogar kürzen müssen.

Eine Parallele zur Zeitgeschichte blitzt auf: Letztes Jahr war da diese Frau, ich weiß nur noch, dass sie Chiara irgendwas hieß (weil ich den Namen Chiara schön finde), aber ich weiß nicht, wofür sie steht. Das Fernsehen behandelte sie wie eine Prominente. Auf jeden Fall wurde ihr unterstellt, sich die Lippen aufgespritzt zu haben und sie dementierte: sie habe sich bloß die Haare gefärbt. (Und außerdem dieses Licht hier drin, Sie sehen ja selbst…) Wie sich Geschichte doch immer wieder wiederholt.

Am Sonntag: Lebenshilfe, Folge 2 – »Hilfe! Wie kann mein Freund meinen G-Punkt finden?« Nur auf http://www.martinjost.eu.

•• Mehr Tipps für ein gutes Leben: »Martinprinzipien«

••• Mehr aus dem »journal d’ami«: We all are Hunters of the Unicorn

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 02 Gedrucktes (DI)