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Ich habe mir Arbeit mitgebracht

Ein Konzert in einer Kirche ist eine Prüfung. Es ist gotteslästerlich kalt. Es gibt keine Toiletten. Es gibt keine Concessions-Theke. Der Sitzkomfort grenzt an Kasteiung. Und die Musik geht drei Stunden. Letztere ist es wert, deswegen ist es trotz allem knallevoll. Manchen Zuhörern scheinen die gottgegebenen Strapazen noch nicht genug zu sein – sie haben sich was zu tun mitgebracht.

Drei Reihen schräg rechts vor mir sitzt ein Bildungsbürgerehepaar. Graue Haare, Pelzkragen. Sie lesen die Partitur mit. Ich sehe das, weil sie das Heft mit den Noten unnatürlich hoch halten. Fast müssen sie nach oben schauen, um es zu studieren. So können wenigstens alle mitlesen, die auch noch wollen. Weiterlesen

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