Schlagwort-Archive: Schiffspraktikum

Gelernter Freiburger

Martins Biografie auf fudder.de

Martin Jost Foto von Carolin Buchheim

Foto: Carolin Buchheim

Freiburg • martinJost.eu

Martin Jost (martin jost) ist gelernter Freiburger. In seiner Jugend fuhr er zur See, schlief in einem Buchladen und wurde schließlich in Freiburg zum Rettungsdienst eingezogen. Unter keinen Umständen wollte er je Langzeitstudent werden. Jetzt im Alter sieht er das gelassener. 2009 zog er sich aus der Politik zurück, seitdem bloggt und mikrobloggt er. Er liebt es, wenn er nach seiner Meinung gefragt wird. Journalistisch ist Kultur total sein Ding. Geschrieben hat Martin immer.

Auch noch:

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Eingeordnet unter 14 Fudder

Martin kuckt »Lawrence of Arabia«

MJKK

Martin kuckt Lawrence of Arabia

»Lawrence of Arabia«
von David Lean ist ungefähr der »Buddenbrooks«* unter den Filmklassikern: Lang, episch und man muss spüren, wann man dafür bereit ist. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 06 Martin Josts Kulturkonsum, Martin kuckt, Zur See

Jede Woche ein neues Land

Gedrucktes (7)

Deutsche Seeschiffahrt: Zeitschrift des Verbandes Deutscher Reeder. Ausgabe 2/2003

«Deutsche Seeschiffahrt» Ausgabe 2/2003

»Die Seefahrt ist auch nicht mehr, was sie früher einmal war«, sagte schon Käpt’n Blaubär und wenn man als grünschnäbelige Landratte mit Seeleuten ins Gespräch kommt, wird einem neben anderen Dingen, die sich verändert haben, auch erzählt, dass Landgang sich früher noch gelohnt habe und dass die dank moderner Ladungs- und Umschlagtechnik immer kürzer gewordenen Liegezeiten nicht mehr zuließen, Land und Leute kennen zu lernen. Für die elf Ferienpraktikanten, die sich in ihren diesjährigen Sommerferien von dem Hapag-Lloyd-Containerfrachter »Frankfurt Express« auf eine achtwöchige Reise nach Südostasien mitnehmen ließen, war das anders. Für sie wurden Landgänge organisiert, wo es möglich war und das machte ihr Abenteuer praktisch perfekt. Martin Jost schildert seine Erfahrungen: Weiterlesen

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Eingeordnet unter 02 Gedrucktes (DI), Zur See

Martin und die Piraten

»Achtung! Das Schiff nähert sich stark piratenverseuchtem Gebiet. Bitte beachten Sie, dass sich der Sammelplatz ab heute 18:00 Uhr vorübergehend  im Sportraum auf Deck 1 befindet! Diese Anweisung gilt bis auf Weiteres. Danke.« – Der Hinweis, dass in terrorgefährdeten Gewässern der allgemeine Sammelplatz bei Alarmen nicht an Deck, sondern im Sportraum unter Deck sein würde, fand sich alle paar Wochen am Eingang zur Messe.

»Achtung! Das Schiff nähert sich stark piratenverseuchtem Gebiet. Bitte beachten Sie, dass sich der Sammelplatz ab heute 18:00 Uhr vorübergehend im Sportraum auf Deck 1 befindet! Diese Anweisung gilt bis auf Weiteres. Danke.« – Der Hinweis, dass in terrorgefährdeten Gewässern der allgemeine Sammelplatz bei Alarmen nicht an Deck, sondern im Sportraum unter Deck sein würde, fand sich alle paar Wochen am Eingang zur Messe.

Im Sommer vor sieben Jahren fuhr ich als Praktikant auf einem Containerschiff zweimal am Horn von Afrika vorbei sowie durch andere Gewässer, die stark von Piraterie bedroht sind. Die anderen Jungs und ich fanden allein die Vorstellung von moderner Piraterie und die Tatsache, dass wir durch gefährliche Gewässer fuhren, abenteuerlich und spannend. Abgesehen davon, dass mir letzte Woche ein Priester, der schon lange unter meinen Missionierungsversuchen leidet, sagte: »Die somalischen Piraten sollten dich mal entführen – du würdest sie dermaßen nerven, dass sie aufgeben«, waren wir auf meiner Praktikumsreise bis auf ein Zusammentreffen mit einem suspekten Boot nie in akuter Gefahr.

Schiffe, die entführt wurden um Lösegeld von den Reedereien zu erpressen, waren damals auch noch kein Thema. Die Mannschaft prophezeite uns: »Falls wir geentert werden, nehmen die Piraten die Bordkasse mit und vielleicht den Videorecorder. Wir leisten keinen Widerstand, geben ihnen alles, was sie wollen, und sie werden wieder verschwinden. Wir sind versichert.«

Großen Frachtschiffen die Ladung zu stehlen, ist unmöglich; es braucht riesige Brückenkräne, um die Container vom Schiff zu hieven und einen LKW, um jeden dieser Container abzutransportieren. Piraten haben nicht die nötige Infrastruktur von großen modernen Häfen.

Piraterie war 2002 also schon ein Thema, aber noch keine so große Gefahr und es war ganz sicher kein Thema, das in den Medien eine Rolle spielte.

Was ich in meinem Praktikum ohne Piraten alles erlebt habe, steht hier am Dienstag in meinem Blog »Gedrucktes«: Mein Reisebericht aus der Zeitschrift »Deutsche Seeschiffahrt« [sic!].

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Eingeordnet unter 07 Sonntags, Zur See