Schlagwort-Archive: verschwörungstheorien

Als wäre das eure erste Pandemie!*

1722. Der Autor von «Robinson Crusoe», Daniel Defoe, schildert in «A Journal of the Plague Year» das Pestjahr 1665 in London. Liest man das Buch ohne Vorwissen an, kann man es leicht für Nonfiction halten, für die Memoiren des Schriftstellers Defoe. Erst nach etwa zehn Seiten stellt der Ich-Erzähler sich beiläufig als Sattler und Kaufmann vor. Das „Tagebuch“ ist also Fikition. Die Gründlichkeit, mit der Defoe recherchiert und möglichst wahrhaftig über die Pest-Epidemie in London geschrieben hat, macht es aber verzeihbar, wenn man es für ein Sachbuch hält.

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Grundrecht auf Maske

Maskenverweigerer framen die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung (sowie andere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie) gern als Verletzung ihrer Grundrechte.

(2) Sie unterstellen einen Gegensatz zwischen Beschränkungen einerseits und allen verfassungsmäßigen Grundrechten auf der anderen Seite. Diesen Gegensatz gibt es nicht. Im Gegenteil: Dass ich eine Maske trage, schützt deine Grundrechte.

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Auf dem Trittbrett nach Panama

The Panama Papers: Cover des Exploitation-Ebooks, das das Offshore-Daten-Leck mit Putin-Erotik verbindet.

Die erste Buchveröffentlichung zu den Panama Papers ist ein Erotik-Thriller mit einem fiktiven Vladimir Putin in der Hauptrolle. Kein Witz: Das E-Book erschien am 4. April (!) auf Amazon. Mehr dazu weiter unten.

Die «Süddeutsche Zeitung» hat mit den so genannten „Panama Papers“ einen Coup gelandet. Ein weltweites Netzwerk aus Medien hat in dieser Woche über die Unterlagen berichtet. Das wohl größte Datenleck der Geschichte dokumentiert die Geschäfte der panamaischen Kanzlei „Mossack Fonseca“ mit Offshore-Briefkastenfirmen. Am Montag habe ich hier darüber geschrieben, wie genial die «Süddeutsche» die Fortsetzungsgeschichte rund um die „Panama Papers“ vermarktet.

Die sozialen Medien sind ebenfalls voll vom Stichwort #PanamaPapers. Auf der Welle dieses Hashtags lässt sich eine Menge Aufmerksamkeit mitnehmen. Ein paar gewitzte Vermarkter haben in kürzester Zeit reagiert. Auf teils absurde Weise versuchen sie, Profit aus dem Wirbel um die „Panama Papers“ zu schlagen.

Drei Beispiele (dieses Blog nicht mitgezählt): Weiterlesen

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