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Nerd Night

Martin Josts Kulturkonsum

Martin kuckt: StarTrek 11

Freiburg. (mjeu/majo) Die Veranstaltung heißt »Männerabend« und zeigt jeweils an Mittwochen einen Ballerfilm im Cinemaxx für ab acht Euro. Besondere Features des Männerabends sind, dass es im Kino auffällig schlecht riecht, dass bei guten Sprüchen applaudiert wird und dass man ein Bierfass gewinnen kann.

Ich habe »StarTrek« in solch einer Männerabend-Vorführung gesehen. Drei Stunden später lief derselbe Film in der Sonderveranstaltung »Preview«. Dass die Preview nach der Premiere kommt, ist vermutlich ein um die Ecke gedachter Hint auf das Zeitreisethema aus dem Film. Dass »StarTrek« unter der Überschrift »Männerabend« läuft, ist nicht zu erklären. Das Publikum, das der Film anzieht, sind doch die Typen, die schon in der Schule immer von richtigen Kerlen verkloppt wurden. Sie heißen Nerds. Und ich finde, sie brauchen ihren eigenen Programmabend. Wer zur »Nerd Night« kommt (Freitags ab 15:00 Uhr), kann nach Gusto mit Lindendollars oder Föderationsdukaten bezahlen. Er erhält ein Plüschtier an der Kasse und bekommt zwei Becher Blutwein oder aber zwei Päckchen Ahoibrause zum Preis von einem. Der Film wird im Kino mit Audiokommentar des Regisseurs gezeigt. Das Licht bleibt an, damit keiner Angst kriegt. Aus demselben Grund dürfen Muttis umsonst mit. Von jedem Sitz aus kann man den Film mit einer Pause-Taste anhalten und dann kurz über die Popkultur-Referenzen reden, die man entdeckt hat. Ein Zwei-Stunden-Film dauert dann leicht sechs. Chips und Cola werden an den Platz gebracht, Urinflaschen ausdrücklich nicht. Dafür gibt es ja die Pause-Taste.

Liebes Cinemaxx, ich freue mich auf die erste Nerd-Night.

Zur offiziellen Website des StarTrek-Films geht es hier.

Was ich von dem Film eigentlich hielt? Hier findest du meine  Star-Trek-11-Rezension. (Leser meiner Publikation TREKpage (1996–2000) werden das Layout wieder erkennen: Das Dokument lässt sich ausdrucken und in die bestehende Sammlung der Serie »star trek 1–∞« einordnen.)

Aber SPOILER ALERT: Ich verrate wichtige Details über die Handlung in der Kritik.

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Martin wird StarTrek 11 kucken

Freiburg. (mjeu/majo)• Da soll noch mal jemand sagen, Männer hätten keine Gefühle. Der Gegenbeweis ist, wie hin- und hergerissen ich die ganze Wartezeit auf den neuen StarTrek-Film über war. Tiefs und Hochs, Angst abwechselnd mit Enthusiasmus.

Als weiterer Beweise hier eine vollständige Liste aller Filme, bei denen ich je weinen musste:

  1. 1996, als ich im Fernsehen das erste Mal StarTrek II: The Wrath of Khan sah. (Die Schlusssequenz, in der Spock stirbt und beigesetzt wird.)

Ende der Liste. (Wird ständig aktualisiert.)

StarTrek-Fans gelten allgemein als zukunftsfreudig, optimistisch, neugierig und aufgeschlossen. Was Wissenschaft, Ethik und technischen Fortschritt anbelangt, sind sie das sicher. Aber gleichzeitig sind sie auch abartig konservativ. Wenn die gesetzten Werte, die StarTrek transportiert ins Wanken geraten oder andererseits am Franchise herumgeschraubt wird, sehen sie Rot.

Ich bin da keine Ausnahme. Wenn ich bedenke, wie wütend mich die sechste StarTrek-Fernsehserie »StarTrek: Enterprise« macht, abgesehen davon, wie schlecht sie geschrieben ist, schon allein durch die Tatsache, dass sie die ganze innerhalb des StarTrek-Universums etablierte Geschichte verhunzt, stand zu befürchten, dass mir der elfte Kinofilm von Autor und Regisseur J. J. Abrams (Schöpfer der Serien »Lost« und »Alias« und eines »Mission: Impossible«-Films) einen stillen Herzinfarkt im dunklen Kino einbrocken würde. Der Film will die Geschichte der Crew der ersten »Enterprise« neu erzählen. Wie sich der junge Spock und James Tiberius Kirk kennen lernten, wird mit notwendigerweise neu gecasteten Schauspielern zum ersten Mal gedichtet.

Abrams ließ meine Nerven flattern, wann immer er sagte, die alten StarTrek-Fans wolle man nicht vor den Kopf stoßen, aber dieser Film sei für eine neue Generation gemacht. Der natürliche Impuls kommt auf, ihn zu würgen, zu schütteln und zu schreien: »Wenn du einen anderen Film als StarTrek machen willst, dann denk’ dir gefälligst ein eigenes Franchise aus!« Nach meinem jetzigen Informationsstand werden alle eventuellen Ahistorisch-keiten aber mit einem Zeitreiseplot erklärt, was viel befriedigender ausfallen dürfte als das Verfahren im StarTrek: Voyager-Zweiteiler »Future’s End« oder in der StarTrek: Deep Space Nine-Folge »Dr. Bashir, I Presume«, in denen die eugenischen Kriege unbekannt verzogen sind bzw. ohne Erklärung in eine andere Jahreszahl umgesiedelt wurden.

Nach dem, was man im Trailer sehen konnte, wurde die Inneneinrichtung der ENTERPRISE zwar komplett modernisiert und im wahrsten Sinne des Wortes auf Hochglanz gebracht, aber mit einem dicken Augenzwinkern erinnert sie an den Stil der Sechzigerjahre. Dass die ENTERPRISE Jahre später wieder mehr militärisch robuste Ecken und Hardwareknöpfe haben wird, lässt sich ja mit einer Sternenflotten-Erfahrung erklären, derzufolge plumbere Technik in den Unbilden des Weltraums zuverlässiger und notfalls besser zu handhaben sind.

Dass in der Story des Films Christopher Pike als Vorgänger von Jim Kirk auf dem Kommandosessel beibehalten wird, ist ja wohl das Mindeste. Aber was wird aus Captain Robert April?

Ich sehe mir die deutsche Premiere von »StarTrek« heute Abend an und werde am Samstag in »Martin Josts Kulturkonsum« darüber bloggen. »Du bist Junges Freiburg« gibt es auf martinJost.eu erst am Freitag und seit heute schon hier. »Durchfuttern« entfällt.

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