Afrika liegt bei Weimar

Afrika liegt bei Weimar Artikel

Thüringische Landeszeitung • 30. Juli 2001

Kunst und Handwerk aus aller Welt und der Region im „Sommer bei Mauritius“

Von Martin Jost

Niedergrunstedt. (tlz) „Sommer bei Mauritius“ nennt das Hofatelier in Niedergrunstedt sein diesjähriges mehrwöchiges Sommerprogramm, dessen Höhepunkt, so Arndt Joshat, der Geschäftsführer des Kunstvereins, wohl der Mittelaltermarkt an diesem Wochenende bildet.

Mauritius gilt als einer der ersten Märtyrer aus frühchristlicher Zeit. Er wurde zum Schutzpatron der Niedergrunstedter. Das Hofatelier präsentiert den Farbigen als „Symbol für eine Welt mit Verständnis für die Kultur der anderen“. Ganz im Zeichen dieses Verstehens stehen auch die Veranstaltungen am Wochenende. Künstler aus aller Welt treffen sich im grünen Hof rund um die alte Dorfschule gleich neben der Mauritius-Kirche, in der das Hofatelier untergebracht ist. Handwerker aus der Region wie der 37-jährige Korbflechter Matthias Felscher vom Lebenshilfewerk sind ebenso vertreten wie ein Kunstschmied aus Tschechien. Zwischendrin sitzt der Bildhauer und Musiker Thomas Reich gemeinsam mit Patricio (40) und Pedro (32), die beide aus Angola stammen, an den Trommeln und spielt die so genannte Weltmusik. Befände man sich nicht mitten auf einem mittelalterlichen Markt, könnte man bei diesen Temperaturen den Eindruck gewinnen, man wäre in Afrika.

Einen Einblick in die Vielseitigkeit des regionalen Kunstgeschehens bietet die neue Ausstellung. Adolf Krause, Anna Schuch und Horst Jährling zählen zu den verschiedenen, im Kunstverein organisierten Malern, von denen hier Werke ausgestellt werden.

Zum ersten Mal bietet Silke „Silly“ Nowak einem hoffentlich kauffreudigen Publikum Bilder an. Die „Lebenskünstlerin“ macht sonst Musik. „Wo Worte aufhören, kann man die Dinge manchmal nur noch mit Musik ausdrücken“, sagt sie und hat auch schon mal ein ganzes Jahr lang geschwiegen.

Martin Jost

Gedrucktes

Am Sonntag wurde der bunte Markt nach einem Gottesdienst mit Pastor Davis Mulenga aus Sambia fortgesetzt.


Der „Sommer bei Mauritius“ dauert noch bis zum 26. August. Für den 5. August wurde kurzfristig Kabarett mit der Christiane Kloweit ins Programm genommen.


{Bildunterschrift:} Der aus der Ukraine stammende Andreas Fusti lebt und arbeitet in Weimar. Hier zeigt er Silke Nowak seine Grafiken, die er mit nach alten Rezepturen hergestellten Naturfarben schafft. Fotos: Maik Schuck


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